Digitalisierung: Einkauf muss an Strategie beteiligt werden

Die technologischen Veränderungen aus dem Einsatz von Industrie 4.0 bewerten Global Player und KMU als hoch, insbesondere in Bezug auf den verstärkten Einsatz von IT in Planung und Steuerung sowie der Automatisierung der Produktionsprozesse. Einkauf und Supply Chain Management (SCM) werden deshalb aber nicht an Bedeutung verlieren. Das zeigt die Studie "Industrie 4.0: Wie verändern sich die IT-Systeme in Einkauf und SCM?".

Unternehmen fehlt es an Industrie-4.0-Strategie
Viele Unternehmen haben noch keine konkrete Industrie-4.0-Strategie. Die meisten Unternehmen hoffen auf eine höhere Produktivität und Effizienz der Produktionssysteme durch Industrie 4.0. Der Einkauf hat aber nur wenig Anteil an der dazu zu erarbeitenden Strategie, obwohl Fakt ist, dass die Wirtschaft ohne Einkauf und SCM in Deutschland nicht digitalisiert werden kann. Während Industrie 4.0 in aller Munde ist, fehlt am Detailwissen, wie sich daraus Profit generieren lässt und welche Lösungen entwickelt werden sollen. Die meisten Unternehmen haben keine technischen Basislösungen im SCM, um den Sprung ins Internet der Dinge erfolgreich wagen zu können. Das Risikomanagement in der Supply Chain ist ganzheitlich betrachtet sehr bedenklich.

E-Supply-Chain hat hohe praktische Bedeutung
83 Prozent der Befragten halten den elektronischen Datenaustausch entlang der Supply Chain für sehr wichtig, wobei die größeren Unternehmen mit 91 Prozent hier gegenüber den KMU mit 80 Prozent knapp die Nase vorn haben. Die E-Supply-Chain hat also eine hohe praktische Bedeutung. In erster Linie werden Daten elektronisch mit den Lieferanten (92 Prozent) ausgetauscht. Etwas abgeschlagen folgen dann die logistischen Dienstleister (51 Prozent), Zollbehörden (41 Prozent) und Finanzinstitute (40 Prozent). Bei Bestellungen / Abrufen setzen 41 Prozent durchgehende elektronische Prozesse in Bezug auf selbst generierte Dokumente, bei der Bedarfsvorschau sind es bis zu 19 Prozent. 39 Prozent nutzen bei der Bedarfsvorschau keine elektronisch unterstützten Prozesse, wobei das eher bei den KMU als bei den Großunternehmen der Fall ist.

Keine Integration externer Informationssysteme für Risikomanagement
Es erfolgt kaum eine Integration externer Informationssysteme für das Risikomanagement. In wirklich relevantem Maße werden nur statistische Datenbanken (31 Prozent) und Pressemitteilungen (22 Prozent) genutzt. Zudem werden diese beiden Quellen vorwiegend ad-hoc genutzt. Hingegen finden Event-Datenbanken und spezifische Web-Communities kaum Anwendung, unabhängig von der Unternehmensgröße. Wenig überraschend können nur 30 Prozent die gesammelten Informationen zu einem eigenen Frühwarn- bzw. Risikomanagementsystem zusammenführen.

38 Prozent haben eine grobe Industrie-4.0-Strategievorstellung
Die sich aus Industrie 4.0 ergebenden Änderungen werden als sehr hoch bis hoch bewertet, die Unternehmensgröße spielt dabei kaum eine Rolle. Die Veränderungen werden insbesondere für einen stärkeren Einsatz von IT in Planung und Steuerung, einer stärkeren Prozessautomatisierung sowie verbesserter Transparenz und Kontrolle erwartet. Dadurch werden die Rollen von Einkauf und Supply Chain Management aber nicht geschwächt. Eine Industrie 4.0-Strategie ist in 48 Prozent der Unternehmen nicht vorhanden, 38 Prozent haben eine grobe Vorstellung und nur neun Prozent eine konkretisierte Strategie. In fünf Prozent der Unternehmen gibt es eine sehr konkrete Industrie 4.0-Strategie. Die KMU hinken hierbei hinter den Großunternehmen her.

Produktivität und Effizienz der Produktion steigern
Das inhaltliche Ziel der vorhandenen Strategien ist zu 70 Prozent die Steigerung von Produktivität und Effizienz der vorhandenen Produktionssysteme. 59 Prozent zielen auf eine Steigerung der Flexibilität bestehender Produktionen ab, 53 Prozent planen die Verbesserung des Kundenservices und 43 Prozent wollen neue Produkte entwickeln und neue Märkte erschließen. In 45 Prozent der Unternehmen gibt es keine Beteiligung von Einkauf / SCM an der Entwicklung einer Industrie-4.0-Strategie, bei acht Prozent wurden sie gar nicht erst informiert. 26 Prozent nehmen als gleichberechtigter Partner und 13 Prozent als nachgeordneter Partner an der Entwicklung teil.

(Quelle: https://www.bme.de/industrie-40-einkauf-muss-sich-staerker-einbringen-1484/)

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