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EZB veröffentlicht künftig täglich Zinsstrukturkurven

Am 10.07.2007 hat die Europäische Zentralbank (EZB) zum ersten Mal Zinsstrukturkurven, die auf Schätzungen der Staatsanleihen im Euro-Währungsgebiet beruhen, veröffentlicht. In Zukunft soll jeden Tag eine nominale Zinsstrukturkurve veröffentlicht werden. Diese basieren auf von den Zentralstaaten des Euro-Währungsgebiets in Euro begebene Anleihen mit AAA-Rating, wobei die Laufzeiten von drei Monaten bis 30 Jahre reichen. Eine weitere Zinsstrukturkurve soll alle Anleihen von den Zentralstaaten des Eurogebiets beinhalten, auch die Abstände zwischen beiden Kurven sollen veröffentlicht werden.

Zinsstrukturkurve wird nach Svensson-Verfahren erstellt
An der Zinsstrukturkurve kann man die Relation zwischen Umlaufsrendite und Restlaufzeit von Anleihen mit ähnlichem Risikoprofil zu einem bestimmten Zeitpunkt ablesen. Zur Erstellung der Zinsstrukturkurven des Euro-Währungsgebiets wird das Svensson-Verfahren, eine Erweiterung des Nelson-Siegel-Modells verwendet. Die Anleihen von Zentralstaaten mit AAA-Rating tragen das niedrigste Kreditrisiko, deshalb ist die auf dieser Grundlage berechnete Zinsstrukturkurve als eine Untergrenze für Finanzierungskosten im Euro-Währungsgebiet zu betrachten, die aber auch einen hilfreichen Maßstab für die Bewertung von Umlaufsrenditen anderer Anleihearten mit gleicher Restlaufzeit darstellt. Auch bei der mittel- bis langfristigen Einschätzung der Markterwartungen in Bezug auf Wirtschafts- und Finanzentwicklung sind die Zinsstrukturkurven hilfreich. Die Zinsstrukturkurven geben Hinweisen auf die weitere Entwicklung der Finanzierungskosten und die potenziellen Effekte auf das Finanzsystem. Die Kurven stellen eine bedeutende Informationsquelle für die Finanzmarktanalyse und die Beurteilung der Finanzstabilität dar.

Umlaufsrendite von lang- und kurzfristigen Staatsanleihen mit geringem Abstand voneinander
Momentan ist der Verlauf der Zinsstrukturkurven des Eurogebiets ziemlich flach, weil der Abstand zwischen der Umlaufrendite von kurz- und langfristigen Staatsanleihen nur gering ist. Dafür sind sie in den letzten Monaten etwas gestiegen, weil die Renditen der langfristigen Anleihen höher waren als die der kurzfristigen. Die Renditen der über zehn bzw. dreißig Jahre laufenden Anleihen haben sich seit Ende Dezember letzten Jahres um 71 bzw. 69 Punkte verbessert. Bei den Anleihen, die noch drei Monate liefen, war es nur eine Steigerung um 49 Punkte.

(Quelle: http://217.110.182.54/download/ezb/pressenotizen/2007/20070710.ezb.zinsstrukturkurve.pdf)

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