Industrie: Starker Rückgang bei Auftragseingängen im Juli 2019

Die deutsche Industrie ist aufgrund der deutlichen Rückgänge bei den Auftragseingängen, gerade im Exportgeschäft, im Juli 2019 so stark geschrumpft wie zuletzt vor sieben Jahren. Das ist das Ergebnis des IHS Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI). Nach 45,0 im Juni sank der PMI im Juli auf 43,2 Punkte. Zugleich ist unterschreitet der wichtige Frühindikator für die Industrieproduktion schon den siebten Monat in Folge die Wachstumsschwelle von 50,0 Punkten. Mit der negativen Entwicklung der Lage der deutschen Wirtschaft kann man nur hoffen, dass die Talfahrt der Industrie mithilfe des konstant wachsenden Servicesektors zumindest abgebremst werden kann.

Handelsstreit zwischen China und USA wirkt sich auf deutsche Industrie aus
Abgesehen von strukturellen Themen schlägt sich vermutlich vor allem der Handelsstreit zwischen den USA und China in der Abwärtsbewegung der deutschen Industrie nieder. Wenn dieser anhält, ist eine verstärkte Rezession in der Industrie sehr wahrscheinlich. Obwohl Europa nicht in globale Handelsstreitigkeiten verwickelt ist, schlagen sie sich in der deutschen Industrie nieder, da Unternehmen auf der ganzen Welt ihre Investitionspläne zurückstellen, was Deutschland mit der starken Exportabhängigkeit mit Fokus auf Investitionsgütern und einem starken Schwerpunkt auf China und die USA massiv trifft.

Deutsche Industrieunternehmen brauchen Rückenwind aus eigenem Land
Die deutschen Unternehmen sind einem zunehmend rauen außenwirtschaftlichen Umfeld ausgesetzt angesichts von Handelshemmnissen, dem Brexit und Sanktionen. Die Exporterwartungen waren zuletzt vor zehn Jahren so niedrig wie jetzt, was sich negativ auf die Investitions- und Beschäftigungsabsichten der Unternehmen auswirkt. Die deutschen Unternehmen brauchen daher Rückenwind für mehr Investitionen und Innovationen im eigenen Land, durch die Entlastung der Bürokratie, einen raschen Ausbau der Verkehrs- und IT-Infrastruktur sowie eine Unternehmenssteuerreform.

Rohstoffpreise von Strafzöllen unterschiedlich betroffen
Während die angekündigten Strafzölle auf chinesische Einfuhren die Rohstoffpreise zusätzlich unter Druck setzen, sind die Auswirkungen unterschiedlich. Die Eisenerzpreise sind seit Anfang des Jahres auf dem Spotmarkt um rund zwei Drittel gestiegen, was in entsprechend höheren Kontraktpreisen resultieren dürfte. Daraus wiederum sollten stabile bis leicht wachsende europäische Stahlpreise folgen. Die Auswirkungen der Marine-Mission der USA und verbündeter Staaten in der Straße von Hormus spielt eine große Rolle für die Entwicklung der Rohölnotierungen. Durch das aktuelle Förderniveau sind die Preise weitgehend stabil. Durch einen kräftigen Militärschlag könnte der Preis pro Barrel Brent um bis zu 80 US-Dollar steigen.

(Quelle: https://www.bme.de/emi-industrieproduktion-im-juli-dramatisch-eingebrochen-3023/)

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